Verein

Portrait Jodlerclub Echo Basel
Gegründet 1937, Mitglied EJV seit 1943
Leitung: Christian Humm
Präsidentin : Marianne Leibundgut

Die eigentliche Initiative zur Gründung des Jodlerclubs „Echo“ ging von dem nach Basel gezogenen Berner Ernst Nussbaumer aus, der schon lange den Wunsch hegte, in einem Jodlerclub zu singen. Das Glück in dieser Hinsicht, den Anschluss an einen der bestehenden Jodlerclubs auf dem Platz Basel zu finden, war ihm aber nicht hold. Dadurch, dass Ernst Nussbaumer mit einem Arbeitskollegen für ein Jahr beim Blauen Kreuz unterschrieben hatte, gingen die beiden nun hin und wieder in die Blaukreuzstunde. Kurze Zeit darauf sangen sie auch beide im Blaukreuzchor mit.

In der Zwischenzeit nun lernte Ernst Nussbaumer den Vater seiner Freundin, Fritz Häsler, kennen. Fritz Häsler war erster Jodler im Jodlerdoppelquartett Basel. Kurz entschlossen fragte Ernst Nussbaumer seinen späteren Schwiegervater an, ob er bereit sei, bei der Gründung eines Jodlerclubs mitzumachen. Nach längerem Bearbeiten stimmte Fritz Häsler diesem Vorhaben zu. Zwei Tage nach seinem 25. Geburtstag am 27. Juni 1937, ging nun Ernst Nussbaumer mit seinem Anliegen zu Sepp Bianchi, Walter Süss und Fritz Benz. Alle waren hell begeistert und sofort bereit, mitzumachen.

So fehlten nun noch der Dirigent und das Probelokal. Nach etlichem Suchen fand man einen geeigneten Saal im Blaukreuzhaus. Fritz Benz machte sich auf die Suche nach einem Dirigenten und stiess dabei auf Herrn Egli, den Vize-Dirigenten des Blaukreuzchors. Herr Egli war bereit, dieses Amt zu übernehmen und verlangte pro Probe 5.- Franken. Da aber noch kein Geld vorhanden war, wurde dieses Honorar vorerst von Ernst Nussbaumer aus dem eigenen Sack berappt.

Die erste gesangliche Zusammensetzung wurde wie folgt vorgenommen: 1. Tenor Ernst Nussbaumer, 2. Tenor Walter Süss, 1. Bass Sepp Bianchi und 2. Bass Fritz Benz. Fritz Häsler als Jodler half Ernst Nussbaumer im 1. Tenor und Dirigent Egli half tapfer mit im 2. Tenor. Am 28. August 1937 fand nun die Gründungsversammlung dieses neuen Vereins statt. Der Vorstand wurde wie folgt bestellt: Präsident Fritz Benz, Kassier Walter Süss und Sekretär Sepp Bianchi.

Eines der gesprächigsten Themen an dieser Versammlung war die Namensgebung und wie der neue Verein nun eigentlich heissen sollte. So schlug Ernst Nussbaumer den Namen „Enzian“ vor, und dachte dabei an die schönen blauen Blumen. Die anderen aber, alles Abstinenzler, dachten an Schnaps und lehnten sofort ab. Ein weiterer Vorschlag war „Abstinenzlerchörli“, was aber wiederum von Ernst Nussbaumer kategorisch abgelehnt wurde, da er im Sinne hatte, auch Nichtabstinenzler in den Club aufzunehmen. Hierauf wurde „Echo von Blauen“ vorgeschlagen, worauf Fritz Häsler meinte: „Warum ein so langer Name? – Sagen wir doch einfach „Echo““. Einen Verein mit einem solchen Namen gab es in Basel nicht, so dass alle damit einverstanden waren. Von einem Mitgliederbeitrag wurde an dieser Versammlung nicht gesprochen, so dass Ernst neben dem Dirigentenhonorar auch noch die Partituren berappte.

Am 3. März 1939 war es endlich so weit. Der Jodlerclub „Echo“ trat das erste Mal, noch ohne Tracht, vor die Öffentlichkeit. Es war ein Unterhaltungsabend des Blauen Kreuz. Da man erst vier Lieder konnte, der Applaus aber nicht enden wollte, beschloss man, noch einmal das erste Lied vorzutragen.

Das Problem, neue Mitglieder zu finden, war damals schon recht gross. Und da 5 von 7 Mitgliedern im Blaukreuzchor mitsangen, schloss man sich bei Reisen diesem Chor an. Im April 1939 zählte der Club bereits 15 Mitglieder. Da aber von den Neuen keiner Abstinenzler war, musste man sich wohl oder übel nach einem neuen Lokal umsehen. Aber auch Herr Egli, ein überzeugter Abstinenzler, hatte keine grosse Freude mehr, den Club zu dirigieren. So zog man am 3. Mai 1939 mit einem neuen Leiter, Erwin Nussbaumer, ein Bruder des Gründers, ins De Wette-Schulhaus. Der Abwart dieses Schulhauses war dem Verein gut gesinnt, so dass man unentgeltlich proben konnte. Erwin Nussbaumer, welcher die Sänger ernsthaft in die Finger nahm, tat dies unentgeltlich.

Im Oktober 1939 wollte man im Restaurant Sans-Souci in Neuallschwil einen Unterhaltungsabend durchführen, was aber infolge Kriegsausbruchs verhindert wurde. Im September 1941 trat der Jodlerclub das erste Mal in einer Tracht vor die Öffentlichkeit. Für alle wurde dieser Unterhaltungsabend zu einem Erfolg sondergleichen. Denn mit dem Erlös des Abends konnte die neue Tracht auch gleich bezahlt werden.

Im Jahre 1943 wurde der Beitritt zum Eidgenössischen Jodler Verband (EJV) beschlossen. Dank der guten Beziehungen des Präsidenten Albrecht Burger konnte nun jedes Jahr im Spital der Kirche zu St. Johann ein Anlass mit Theater durchgeführt werden. Hierzu waren jeweils die Insassen der Altersstube, Altersheime sowie alle Rentenbezüger der Pensionskassen am Sonntagnachmittag gratis eingeladen.

Weitere Bemühungen um die Säle des Volkshauses konnten nach Kriegsende erfolgreich abgeschlossen werden. So veranstaltete der Jodlerclub „Echo“ 1946 erstmals im Volkshaus einen Berner-Jodler Abend. Von nun an wurden sämtliche grossen Unterhaltungsabende (Jahresfeiern) bis zum heutigen Tag im Volkshaus durchgeführt. Nur gerade während der Umbauphase 1977–1980 wurde der Unterhaltungsabend jeweils im Saalbau Breite durchgeführt.

Während der Zeit vom 30. Juli bis 10. November 1947 kam es infolge ständiger Reibereien unter den Aktivmitgliedern zur Spaltung. Der sehr initiative, aber auch aggressive Präsident Albrecht Burger war infolge seiner diktatorischen Leitung einem Teil der Aktivmitglieder nicht mehr genehm. Die Spaltung war letztendlich nur die logische Folge der Vorgänge, welche sich während des Jahres 1947 ereigneten. Von den Dissidenten (ausgetretenen Mitgliedern) wird später das Jodlerdoppelquartett „Alphüttli“ gegründet.

Auf die hierauf einberufene ausserordentliche Generalversammlung vom 10. November 1947 erfolgte eine Zeit des neuen Aufblühens. Das lag nicht zuletzt am neuen Präsidenten Louis Schmid, welcher den Verein zielstrebig und mit viel Elan führte. Eintritte bei Aktiv- und Passivmitgliedern begannen sich wieder erfreulich zu entwickeln. Die Kameradschaft erstarkte und vermehrte Engagements waren die Folge. Die Proben wurden inzwischen vom De Wette-Schulhaus in das Restaurant „Schnabel“ verlegt und ab 1965 erfolgte ein neuer Wechsel ins Restaurant „Schuhmacherzunft“.

Ebenfalls im Jahre 1965 wurde beschlossen, am Eidgenössischem Jodlerfest in Thun nicht mitzumachen und stattdessen eine neue Tracht anzuschaffen. Anstelle der bisherigen wünschte man sich einen Samet-Mutz. Diese neue Tracht wurde an der Jahresfeier vom 24. April 1965 würdevoll eingeweiht.

Ein weiterer Wechsel des Probelokals Restaurant „Schuhmacherzunft“ drängte sich 1971 auf. Bemängelt wurde vor allem die etwas allzu vornehme und herrische Art des Wirtes, und man zügelte in Richtung Kleinbasel, wo man im Restaurant „Mulbeeri“ ein neues Probelokal fand.

Im Jahre 1977 wurde beschlossen, eine Statutenrevision durchzuführen, und die Statuten von 1949 zu revidieren und der Zeit anzupassen. Durch diese Revision erhielten erstmalig auch die Passivmitglieder das Mitspracherecht und einen Sitz im Vorstand zugesprochen.

Die inzwischen sehr guten Beziehungen zum Baselstädtischen Schwingerverband haben es ermöglicht, dass der Jodlerclub „Echo“ ab 1980 und später im zweijährigen Turnus als Gast am Baselstädtischen Schwingertag mitwirken konnte. Dieses gute Einvernehmen führte ebenfalls dazu, dass dem Jodlerclub „Echo“ ab 1984 im zweijährigen Turnus mit dem Turnverein Bettingen und später mit den Stadtjodlern Basel, die Organisation des Baselstädtischen Jungschwingertages übertragen wurde. Dass hierbei die „Echo-Frauen, -Kinder und -Passivmitglieder“ tapfer mitmachten, bezeugt, dass hinter dem Jodlerclub „Echo“ eine ganze „Echo-Familie“ aufwartete, welche diese Anlässe jeweils zu einem guten Abschluss brachte, wenn auch manchmal der finanzielle Aspekt, bedingt durch Wetterpech, fehlte.

Zu diesem familiären Klima und dem guten Einvernehmen untereinander, sowie der tollen Kameradschaft innerhalb des ganzen Vereins, tragen aber auch die alljährlich durchgeführten Aktiv- wie auch der Familien-Bummel bei. Nur so ist es zu erklären, dass aus dem so karghaft gewachsenen Pflänzlein ein stattlicher Verein geworden ist. Bewegt sich doch die Gesamtmitgliederzahl der letzten Jahre immer um die 300 Personen.

Zweimal war es dem Jodlerclub „Echo“ vergönnt, die Delegiertenversammlung des Nordwestschweizerischen Jodlerverbandes NWSJV durchzuführen, das erste Mal am 17./18. Februar 2001 und das zweite und zugleich letzte Mal als zweitägige Veranstaltung am 17./18. Februar 2007. Bedingt durch die fehlende Infrastruktur im Kanton Basel-Stadt, selbst die Wirtschaft führen zu können, fand der Anlass beide Male in der KUSPO-Halle in Münchenstein statt.

So haben sich mit den Jahren lieb gewonnene Traditionen etabliert. Unser jährliches Jodlerkonzert ist sehr beliebt und stets gut besucht. Unsere Auftritte im Wohn- und Pflegezentrum Zum Lamm werden sehr geschätzt und gehören für uns zu den lieb gewordenen Aktivitäten. Beim alljährlichen Schwingfest in Basel sind wir seit vielen Jahren präsent. Unseren Familienbummel haben wir bis heute beibehalten. Die Pflege der Kameradschaft innerhalb der gesamten Jodlerfamilie ist uns ein Herzensanliegen. Die traditionellen Auftritte zum 1. August im Marienhaus, wo wir seit vielen Jahren proben dürfen, möchten wir nicht missen. Seit Jahren treten wir beim Expertisensingen auf und erhalten dort wertvolle Impulse für das Nordwestschweizerische und Eidgenössische Jodlerfest, bei denen wir kontinuierlich gute bis sehr gute Ergebnisse erzielen.

Wie überall gibt es auch im Jodlerclub und in der Jodlerfamilie Freud und Leid. So haben wir bei Geburtstagsfesten und Hochzeiten gesungen, sind in Spitälern aufgetreten und mussten von vielen lieben Kameraden und Kameradinnen Abschied nehmen. Unser Totengedenken im November auf dem Friedhof Hörnli ist ein Andenken an all unsere lieb gewordenen Jodlerkameraden und -kameradinnen, die von uns gegangen sind und denen wir uns immer noch verbunden fühlen.

Im Lauf der Jahre haben einige Aktive den Jodlerclub aus Alters- oder privaten Gründen verlassen. Andere Mitglieder sind seit Jahrzehnten dabei und sind die Seele, das Gesicht des Jodlerclubs. Es gab Wechsel im Präsidium, bei den Jodlerinnen, sowie bei Dirigenten und Dirigentinnen, doch keine Zeit war schwieriger für uns als die Corona-Zeit, in der wir nicht mehr singen durften. Das Eidgenössische Jodlerfest, das 2020 in Basel hätte stattfinden sollen, wurde abgesagt. Wir trafen uns zu den regulären Probezeiten online per Zoom und pflegten unsere Gemeinschaft virtuell. Während dieser herausfordernden Phase machten wir uns grosse Sorgen um den Fortbestand unseres Jodlerclubs; zahlreiche befreundete Jodelvereine in unserer Umgebung lösten sich auf. Wir hielten jedoch standhaft durch.

Heute freuen wir uns über einen kräftigen Zuwachs, und wir sind inzwischen ein gut aufgestellter Chor. Immer mehr Menschen, welche die Liebe zur Jodelmusik teilen, finden zu uns, was uns besonders freut, denn die Pflege dieses wunderbaren Kulturguts ist uns ein besonderes Anliegen. Inzwischen haben sich auch Sängerinnen und Sänger aus vielen verschiedenen Ländern zu uns gesellt und fühlen sich bei uns sehr wohl. Es hat uns ausserordentlich gefreut, bei der Eröffnungszeremonie des Eurovision Song Contest mitwirken zu dürfen, vor allem aber, dass 2025 das Jodeln zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Heute sind wir ein Jodlerclub voller Energie und blicken zuversichtlich und froh in unsere Zukunft als Jodlerclub Echo Basel.