Vereinsgeschichte

Ernst Knaus ist der langen Geschichte unseres Vereins nachgegangen und hat Erstaunliches zusammengetragen. Hier sein Bericht.

 

Die eigentlliche Initiative zur Gründung des Jodlerclub „ECHO“ ging von dem nach Basel gezogenen Berner Ernst Nussbaumer aus, der schon lange den Wunsch hegte, in einem Jodlerclub zu singen. Das Glück in dieser Hinsicht, den Anschluss an einen der bestehenden Jodlerclubs auf dem Platz Basel zu finden, war ihm aber nicht hold. Dadurch, dass Ernst Nussbaumer mit einem Arbeitskollegen für ein Jahr beim Blauen Kreuz unterschrieben hatten, gingen sie nun hin und wieder in die Blaukreuzstunde. Kurze Zeit darauf sangen sie auch beide im Blaukreuzchor mit.

In der Zwischenzeit nun lernte Ernst Nussbaumer den Vater seiner Freundin, Fritz Häsler, kennen. Fritz Häsler war erster Jodler im Jodlerdoppelquartett Basel. Kurz entschlossen fragte Ernst Nussbaumer seinen späteren Schwiegervater an, ob er bereit sei, bei der Gründung eines Jodlerclubs mitzumachen. Nach längerem Bearbeiten stimmte Fritz Häsler diesem Vorhaben zu. Zwei Tage nach seinem 25. Geburtstag am 27. Juni 1937, ging nun Ernst Nussabumer mit seinem Anliegen zu Sepp Bianchi, Walter Süss und Fritz Benz. Alle waren hell begeistert und sofort bereit, mitzumachen.

So fehlte nun noch der Dirigent und das Probelokal. Nach etlichem Suchen fand man einen geeigneten Saal im Blaukreuzhaus. Fritz Benz machte sich auf die Suche nach einem Dirigenten und stiess dabei auf Herrn Egli, den Vize-Dirigenten des Blaukreuzchors. Herr Egli war bereit, dieses Amt zu übernehmen, und verlangte pro Probe 5.- Franken. Da aber noch kein Geld vorhanden war, wurde dieses Honorar vorerst von Ernst Nussbaumer aus dem eigenen Sack berappt.

Die erste gesangliche Zusammensetzung wurde wie folgt vorgenommen: 1. Tenor Ernst Nussbaumer, 2. Tenor Walter Süss, 1. Bass Sepp Bianchi und 2. Bass Fritz Benz. Fritz Häsler als Jodler half Ernst Nussbaumer im 1. Tenor und Dirigent Egli half tapfer mit im zweiten Tenor.

Am 28. August 1937 fand nun die Gründungsversammlung dieses neuen Vereins statt. Der Vorstand wurde wie folgt bestellt: Präsident Fritz Benz, Kassier Walter Süss und Sekretär Sepp Bianchi. Eines der gesprächigsten Themen an dieser Versammlung war die Namensgebung und wie der neue Verein nun eigentlich heissen sollte. So schlug Ernst Nussbaumer den Namen „Enzian“ vor, und dachte dabei an die schönen blauen Blumen. Die anderen aber, alles Abstinenzler, dachten an Schnaps und lehnten sofort ab. Ein weiterer Vorschlag war „Abstinenzlerchörli“, was aber wiederum von Ernst Nussbaumer kategorisch abgelehnt wurde, da er im Sinne hatte, auch Nichtabstinenzler in den Club aufzunehmen. Hierauf wurde „Echo von Blauen“ vorgeschlagen, worauf Fritz Häsler meinte: „Warum ein so langer Name? - sagen wir doch einfach „Echo““. Einen Verein mit einem solchen Namen gab es in Basel nicht, so dass alle damit einverstanden waren. Von einem Mitgliederbeitrag wurde an dieser Versammlung nicht gesprochen, so dass Ernst neben dem Dirigentenhonorar auch noch die Partituren berappte.

Am 3. März 1939 war es endlich soweit. Der Jodlerclub „Echo“ trat das erstemal, noch ohne Tracht, vor die Öffentlichkeit. Es war ein Unterhaltungsabend des Blauen Kreuz. Da man aber erst vier Lieder konnte, der Applaus aber nicht enden wollte, beschloss man, noch einmal das erste Lied vorzutragen. Das Problem, neue Mitglieder zu finden, war damals schon recht gross. Und da 5 von 7 Mitgliedern im Blaukreuzchor mitsangen, schloss man sich bei Reisen diesem Chor an. Im April 1939 zählte der Club bereits 15 Mitglieder. Da aber von den Neuen keiner Abstinenzler war, musste man sich wohl oder übel nach einem neuen Lokal umsehen. Aber auch Herr Egli, ein überzeugter Abstinenzler, hatte keine grosse Freude mehr, den Club zu dirigieren. So zog man am 3. Mai 1939 mit einem neuen Leiter, Erwin Nussbaumer, ein Bruder des Gründers in's De-Wette-Schulhaus. Der Abwart dieses Schulhauses war dem Verein gut gesinnt, so dass man unentgeltlich proben konnte. Erwin Nussbaumer, welcher die Sänger ernsthaft in die Finger nahm,  tat dies unentgeltlich.

Im Oktober 1939 wollte man im Sans-Souci in Neuallschwil einen Unterhaltungsabend durchführen, was aber infolge Kriegsausbruch verhindert wurde.

Im September 1941 dann, trat der Jodlerclub das erste Mal in einer Tracht (Manschestermutz) vor sie Öffentlichkeit. Für alle wurde dieser Unhaltungsabend zu einem Erfolg sondergleichen. Denn mit dem Erlös des Abends konnte die neue Tracht auch gleich bezahlt werden.

Im Jahre 1943 wurde der Beitritt zum Eidgenössischen Jodlerverband (EJV) beschlossen.

Dank der guten Beziehungen von Präsident Albrecht Burger konnte nun jedes Jahr im Spital der Kirche zu St. Johann ein Anlass mit Theater durchgeführt werden. Hierzu waren jeweils die Insassen der Altersstube, Altersheime sowie alle Rentenbezüger der Pensionskassen am Sonntagnachmittag gratis eingeladen.

Weitere Bemühungen um die Säle des Volkshauses konnten nach Kreigsende erfolgreich abgeschlossen werden. So veranstaltete der Jodlerclub „Echo“ 1946 erstmals im Volkshaus einen Berner-Jodlerabend. Von nun an wurden sämtliche grossen Unterhaltungsabende (Jahresfeiern) bis zum heutigen Tag im Volkshaus durchgeführt. Nur gerade währed der Umbauphase 1977-1980 wurde der Unterhaltungsabend jeweils im Saalbau Breite durchgeführt.

Während der Zeit vom 30. Juli bis 10. November 1947 kam es infolge von ständigen Reibereien unter den Aktivmitgliedern zu Spaltung. Der sehr initiative aber auch aggressive Präsident Albrecht Burger war infolge seiner diktatorischen Leitung einem Teil der Aktivmitglieder nicht mehr genehm. Die Spaltung war letztendlich nur die logische Folge der Vorgänge, welche sich während des Jahres 1947 ereigneten. Von den Dissidenten (ausgetretenen Mitgliedern) wirde später das Jodlerdoppelquartett „Alphüttli“ gegründet.

Auf der hierauf einberufenen ausserordentlich Generalversammlung vom 10. November 1947 erfolgte eine Zeit des neuen Aufblühens. Das lag nicht zuletzt am neuen Präsidenten Louis Schmid, welcher den Verein zielstrebig und mit viel Elan führte. Eintritte bei Aktiv- und Passivmitgliedern begannen sich wieder erfreulich zu entwickeln. Die Kameradschaft erstarkte und vermehrte Engagements waren die Folge. Die Proben wurden inzwischen vom De-Wette-Schulhaus in das Restaurant „Schnabel“ verlegt und ab 1965 erfolgte ein neuer Wechsel ins Restaurant „Schuhmacherzunft“.

Ebenfalls im Jahre 1965 wurde beschlossen, am Eidg. Jodlerfest in Thun nicht mitzumachen und statt dessen eine neue Tracht anzuschaffen. Anstelle des bisherigen wünschte man sich einen Samet-Mutz.  Diese neue Tracht wurde an der Jahresfeier vom 24. April 1965 würdevoll eingeweiht.

Ein weiterer Wechsel des Probelokals Restaurant „Schuhmacherzunft“ drängte sich 1971 auf. Bemängelt wurde vor allem die etwas allzu vornehme und herrische Art des Wirtes, und man zügelte in Richtung Kleinbasel, wo man im Restaurant „Mulbeeri“ ein neues Probelokal fand.

Im Jahre 1977 wurde beschlossen, eine Statutenrevision durchzuführen, und die Statuten aus dem 1949 zu revidieren und der Zeit anzupassen. Durch diese Revision erhielten erstmalig auch die Passivmitglieder das Mitspracherecht und einen Sitz im Vorstand zugesprochen.

Die inzwischen sehr guten Beziehungen zum Baselstädtischen Schwingerverband haben es ermöglicht, dass der Jodlerclub „Echo“ ab 1980 und später im zweijährigen Turnus als Gast am Baselstädtischen Schwingertag mitwirken konnte. Dieses guten Einvernehmen führte ebenfalls dazu, dass dem Jodlerclub „Echo“ ab 1984 im zweijährigen Turnus mit den Turnverein Bettingen und später mit den Stadtjodlern Basel, die Organisation des Baselstädtischen Jungschwingertags übertragen wurde. Dass hierbei die „Echo-Frauen, -Kinder und -Passivmitglieder“ tapfer mitmachten, bezeugt, dass hinter dem Jodlerclub „Echo“ eine ganze „Echo-Familie“ aufwartete, welche diese Anlässe jeweils zu einem guten Abschluss brachte, wenn auch manchmal der finanzielle Aspekt, bedingt durch Wetterpech fehlte. Zu diesem familiären Klima und gutem Einvernehmen untereinander, sowie der tollen Kameradschaft innerhalb des ganzen Vereins tragen aber auch die alljährlich durchgeführten Aktiv- wie auch der Familien-Bummel bei. Nur so ist es zu erklären, dass aus dem einstens so karghaft gewachsenen Pflänzlein ein stattlicher Verein geworden ist. Bewegt sich doch die Gesamtmittgliederzahl der letzten Jahre immer um die 300 Prersonen.

Zweimal war es dem Jodlerclub „Echo“ vergönnt, die Delegiertenversammlung des Nordwestschweizerischen Jodlerverbandes (NWSJV) durchzuführen. Das erstemal am 17./18. Februar 2001 und zweite- und zugleich letzemal als zweitägige Veranstaltung, am 17./18. Februar 2007. Bedingt durch die fehlende Infrastruktur im Kanton Basel-Stadt, selber die Wirtschaft führen zu können, fand der Anlass beide Male in der KUSPO-Halle in Münchenstein statt.

                    Ernst Knaus,  Mai 2008.